20. Oktober 2018 - Kooperation

Land Bau Kunst im Oder Bruch

Eine Ausstellung im Institut für Geschichten

LAND BAU KUNST, die drei Begriffe, bei David Gilly ebenso auseinander geschrieben und mit Bindestrichen versehen, kann man auch einzeln betrachten, bzw. in seiner vordergründigen Bedeutung verschieben. Der Begriff kann sich auf die Kunst des Bauens im Sinne von the State of the Art beziehen, also wie man heute oder zu anderer Zeit das Bauen vorteilhaft für den Bauherren bewältigt und Fehler, Schlampereien und Betrug vermieden hat. Es kann auch heißen, dass man sich bemühen sollte, bauliche Kunstwerke oder künstlerische Bauten zu schaffen, also Bauten, die Schönheit und Harmonie in sich und mit der Umgebung ausstrahlen. Es kann sich aber auch um das Anbauen handeln, bauen und anbauen sind eindeutig verwandt, d.h. wie und was und wie viel man anbaut und was mit den Flächen passiert, die nicht angebaut werden können oder sollen, also den Rändern der Felder, der Führung der Gräben, dem Belassen von Waldstücken, der Pflege der Straßen usw.
Fontanes spontaner Ausspruch angesichts des Oderbruches vom Seelower Rand hineinschauend: „Die ohnehin dicht gelegenen Dörfer rücken in dem endlosen Coulissenbilde immer dichter zusammen, und alles verschmilzt zu einer weitläufig gebauten Riesenstadt, zwischen deren einzelnen Quartieren die Fruchtfelder wie üppige Gärten blühen.“

In der Ausstellung beschäftigen wir uns mit LAND BAU KUNST diverser Zeitepochen:
1) Mit der Schaffung des Oderbruch
2) Mit der Baukunst
3) Mit dem Kolonistendorf Neubarnim ab Mitte des 18. Jahrhunderts
4) Mit dem Molkenhaus in Bärwinkel bei Neuhardenberg um 1800
5) Mit dem Landgut Freienfelde bei Letschin um 1900
6) Mit den zwei Kirchen von Ortwig 1913
7) Mit dem Loosegehöft Kalies auf der Ortwiger Loose – 19. Jahrhundert bis heute
8) Mit der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft und Tierproduktion in der DDR
9) Mit Energieerzeugung auf dem Lande heute.

Dabei ist im Unterschied zu heute das Gefühl für Gebäude und Land-Schaft im 19. Jahrhundert weitaus ausgeprägter, während sich die Moderne verstärkt um ihre eigenen Abläufe kümmert und versucht, sie so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten und die Verschönerung der Heimat durch sorgfältiges Bauen in Harmonie zu seiner Umgebung sich im rot Einfärben der Blechdächer und grün Lackieren der aufsteigenden Blechwände erschöpft. Aber auch vorher scheint eine Phase des schludrigen Bauens die Ästheten aus Stadt und Land stark bekümmert zu haben, man lese die verzweifelten Orders Friedrichs II. oder auch noch bei Mengel, wie schlampig und lieblos Häuser rasch hingeschludert wurden. Dies war auch der Grund, warum Friedrich Gilly um 1800 diese beiden bemerkenswerten Bände zur LAND BAU KUNST herausgebracht hat, die der Ausstellung ihren Namen geben.
Kurator und Autor Detlef Mallwitz gibt eine Einführung in die Ausstellung.

14 Uhr - Ortwiger Hauptstraße 30 in 15324 Letschin OT Ortwig

© oderbruch museum altranft

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