Jahresthema 2017 - »Wasser im Oderbruch«

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Ausstellungen im Schloss

Im letzten Jahr haben wir unter dem Titel REVISION I in den historischen Ausstellungsräumen und der Galerie nahezu alles, was das Museum Altranft in den letzten Jahrzehnten gesammelt und auf dem Dachboden des Schloss Altranft aufbewahrt hat, gezeigt, um entscheiden zu können, was mit diesem Bestand in Zukunft geschehen soll. Unter dem Titel REVISION II werden wir uns in diesem und kommenden Jahr in ähnlicher Weise mit den in den anderen Gebäuden des Museums untergebrachten Beständen – das sind vor allem Werkzeuge, Geräte und Maschinen aus dem landwirtschaftlichen Bereich sowie Möbel – auseinandersetzen. Im Schloss Altranft werden wir jedoch bereits beginnen, mit den Sammlungen zu arbeiten.

 

DAS BRUCH UND SEIN WASSER

Jahresausstellung 2017

Foyer
Dokumentarfilmmaterial aus DEFA-Wochenschauen »Der Augenzeuge«  über das Oder-Hochwasser 1947. Mit freundlicher Genehmigung des Progress Filmverleihs.
Die Amateurfilmrolle zum Oderhochwasser 1997, zusammengestellt von Imma Harms.
Das Fließschema der wasserwirtschaftlichen Anlagen im Oderbruch, im Auftrag des GEDO erarbeitet von Dieter Luck. Die aktiven Felder enthalten Informationen zu den einzelnen wasserwirtschaftlichen Elementen.

Vordere Galerie
Fotografien der wasserbaulichen Strukturen von Ulrich Seifert-Stühr: Vom Heber Reitwein bis zum Wehr Hohensaaten wurden die wasser­wirtschaftlichen Anlagen des Oderbruchs porträtiert wie Buchstaben eines technischen Alphabets.
So entsteht aus Fotografien das Bild einer komplexen Landschaftsmaschine und ihres Produkts – des Oderbruchs in seiner heutigen Gestalt.

Porträtfotografien von Stefan Schick: Bewirtschafter und Manager, Verwaltungsleute und Wissenschaftler, Unternehmer und Anwohner – viele Menschen tragen heute zur Erhaltung und Stabilisierung des Wassersystems im Oderbruch bei.
Für die Ausstellung wurden sie befragt und in einer von Ihnen bestimmten Umgebung porträtiert.

Zwei Hörstücke »Zwischen Flut und Vorflut« von Eva-Maria-Götz und Michaela Gericke: Die beiden 2007 – zehn Jahre nach der Jahrhundertflut – entstandenen Radiosendungen geben bis heute bemerkenswerte Einblicke in die Landschaft und
ihr Wasser.

Hintere Galerie
Das Oderbruch-Gespinst von Antje Scholz: Diese Arbeit aus verschiedenfarbigen Garnen erhebt sich auf einer Oderbruch-Karte im Maßstab 1:8.400 und gibt die wichtigsten Wasserverläufe und Siedlungsstrukturen wieder. Auf diese Weise lassen sich die einzelnen Orte der Landschaft lokalisieren. Um eine bessere Prägnanz zu erreichen, wurden die Höhenverhältnisse im wesentlich größeren Maßstab 1:10 dargestellt. Das Gespinst lädt zu einer Betrachtung der Besonderheit des Oderbuchs ein und führt die Kühnheit vor Augen, die für die Steuerung seiner Wasserverhältnisse erforderlich ist.

Werkbänke zum Wasserbau im Oderbruch: In Form kleiner Bühnenbilder führt Waltraud Fischer die Besucher in die Geschichte des Wassersystems, in seine Funktionsweise sowie in die wichtigsten Hochwasserereignisse des Oderbruchs. Sie stellt Fischer und Bauern, einen König und Ingenieure vor und lädt dazu ein, sich in das in den Werkbänken ausgelegte Lesematerial zum Wassersystem des Oderbruchs zu vertiefen. Seien Sie ermutigt, die Mappen zu öffnen und gewinnen Sie einen Eindruck vom Kosmos der Wassergeschichte des Oderbruchs!

Schlosspark
Fünf wasserwirtschaftliche Objekte: Stellvertretend für den umfangreichen Maschinenpark, der für die Unterhaltung des Gewässersystems notwendig ist, hat der Gewässer- und Deichverband Oderbruch fünf zum Teil historische Objekte für die Ausstellung ausgesucht und aufgestellt. Steht das Schloss für den Reichtum der Landschaft, so diese Technik für die viele Arbeit, ihn zu produzieren. Bitte beachten Sie: Nur das Steuerhaus können Sie auf eigene Gefahr betreten.

 

 

ALTRANFT

Dorf- und Schlossgeschichte in zehn Kapiteln

Aufgrund seiner Lage am Rande des Oderbruchs hat Altranft eine ebenso besondere wie typische Geschichte erlebt, sie reicht vom alten Fischerdorf über die fünf Gutsherrenfamilien bis in das heutige Museumsdorf. In zehn Kapiteln erzählt die Ausstellung von dieser Geschichte. Dabei werden keine fertigen und abgeschlossenen Sichtweisen vermittelt, vielmehr soll die Ausstellung durch ihre Struktur und Ausstattung dazu einladen, in den nächsten Jahren zusätzliches Material (Texte, Fotos, Objekte) zu ergänzen und so eine immer reichere Sicht des Ortes zu befördern. Die Geschichte soll mit allen Interessierten, vor allem aber mit den Bewohnern Altranfts gemeinsam geschrieben werden.

 

 

DIE GÄSTEZIMMER

Eine partizipative Rauminstallation von Ellen Kobe
mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Region und Berliner Künstlerinnen und Künstlern

Mit Werken von:

Beate Bendel
Ingo Biermann
Achim Kühn
Coco Kühn
Petra Lottje
Tanja Ostojic
Fiene Scharp
Judith Siegmund
Elisabeth Sonneck
Astrid Weichelt

Das Projekt bildet einen Zirkelschlag zwischen der Historie des Schlosses, den landschaftlichen Veränderungen und den gegenwärtigen Lebensdingungen im Oderbruch.
Vier Räume der belle etage des Schlosses mit dem Interieur aus der Sammlung Charlotte von Mahlsdorfs sind Anlass für zeitgenössische Interventionen und zeigen jeweils verschiedene Szenarien, die zwischen den Epochen der Geschichte des Ortes Altranft oszillieren. Die Nachgeborenen, Bewohnerinnen und Bewohner der Region und Berliner Künstlerinnen und Künstler sind mit ihren Überschreibungen im Schloss zu Gast. Sie legen Spuren, die in die Geschichte des Oderbruchs führen. DIE GÄSTEZIMMER verweisen auf die Orts- und Schlossgeschichte, öffnen den Blick für landschaftliche Bezüge und binden durch künstlerische Interventionen geschichtliche Verfremdungen ein. Im Spannungsfeld zwischen der Geschichte der Altranfter Gutsherrenfamilie von Marschall und den Erfahrungen in der DDR, zwischen brandenburgischer Kulturlandschaft und revitalisiertem Schlossmuseum entsteht ein partizipatives Projekt. Zur Eröffnung am 20. Mai findet eine Präsentation der Rauminstallation statt, die als Performance aufgeführt wird: diese RAUMERZÄHLUNG setzt Bezüge zwischen der Historie und Tradition des Ortes, den eingefügten Kunstwerken, Leihgaben oder Schenkungen und dem realem Raum und erzählt die Geschichte dieser Arbeit. DIE GÄSTEZIMMER erscheinen als ein temporäres “Museum“ im Museum.

Mahlsdorf-Interieurs

Charlotte von Mahlsdorf (eigentlich: Lothar Berfelde) lebte von 1928 bis 2002 und war, nicht zuletzt durch den Aufbau des Gründerzeitmuseums in Berlin-Mahlsdorf, eine in Berlin-Brandenburg weithin bekannte Persönlichkeit. Im Obergeschoss des Altranfter Herrenhauses befindet sich eine Interieurausstellung mit Möbeln und Gegenständen aus ihrer Sammlung, welche das Freilichtmuseum Altranft in den neunziger Jahren angekauft hat. Diese Interieurs entsprechen nicht der Wohngeschichte Altranfts. Das bedeutet auch: So, wie es hier zu sehen ist, wurde an Ort und Stelle wohl nicht gelebt und gearbeitet, schon gar nicht befand sich die Küche in der oberen Etage! Das Interieur ist aber nun einmal, wohl auch wegen seines Schauwerts, in Altranft installiert worden. Rechnen Sie also damit, dass das Museum immer wieder einmal spielerisch mit diesen Räumen umgeht, Künstler zu Interventionen in die Räume einlädt oder Spuren legt, die in die Geschichte des Oderbruchs führen.

 

 

STUDIOLO

Typische Objekte aus der Landschaft

Im Studierzimmer sind die einschlägigen Bestände der Museumsbibliothek, Dokumente, Objekte und Bilder, die für das Oderbruch typisch sind, aufbewahrt und für Interessierte zugänglich. Das Studiolo ist als ein offenes Archiv angelegt, also als ein Raum, der über die Jahre zusammen mit den Bewohnern des Oderbruchs entwickelt wird.

 

 

SCHAUKASTEN ODERBRUCH

Blick in eine einzigartige Landschaft

Orte, an denen sich das Kulturerbe in der Landschaft erfahren lässt, werden in der Dauerausstellung präsentiert. Damit spricht das Museum eine Einladung an die Besucher aus, das Oderbruch mit seiner über 300 Jahre lebendigen Geschichte zu bereisen und kennenzulernen.   

 

 

 

 

 

Tagebuch